Google Ads: Neue Anforderungen zur Kennzeichnung von KI-generierten Werbeinhalten (Juli 2026)
Ab Juli 2026 führt Google schrittweise neue Funktionen zur Kennzeichnung von KI-generierten oder mit KI bearbeiteten Werbeinhalten ein. Erfahren Sie, welche gesetzlichen Vorgaben dahinterstehen, welche Plattformen betroffen sind, wie die Kennzeichnung im Google Ads UI funktioniert und welche Schritte für Werbetreibende und Publisher relevant sind.
Worum geht es?
Die Regulierung von KI-generierten Inhalten entwickelt sich weltweit weiter. Vor diesem Hintergrund erweitert Google seine Werbeprodukte um Möglichkeiten zur Kennzeichnung von KI-Inhalten. Ab Juli 2026 dürfen Werbetreibende Text- oder visuelle Kennzeichnungen direkt in Bild- und Videoanzeigen-Creatives einfügen, die mit KI generiert oder verändert wurden. Zusätzlich kann Google auf bestimmte Assets, die mit KI-Tools von Google erstellt wurden, automatisch Kennzeichnungen anwenden. Solche Kennzeichnungen verstoßen nicht gegen die Google-Richtlinien, die Text-Overlays und Wasserzeichen verbieten.
Rechtlicher Hintergrund
Grundlage sind KI-Verordnungen in mehreren Rechtsräumen. Genannt werden der EU AI Act, das New York Senate Bill S8420A sowie Indiens SGI. Danach müssen Anzeigen mit bestimmten KI-generierten oder KI-bearbeiteten Assets Offenlegungen und/oder Kennzeichnungen enthalten, die Verbraucher darüber informieren, dass die Anzeigen mit KI erstellt wurden.
Für die KI-Bilderstellung tritt die Kennzeichnungspflicht nach dem EU AI Act am 2. August 2026 voll in Kraft.
Wichtiger Hinweis: Die Nutzung der KI-Kennzeichnungseinstellung in den Google-Produkten garantiert nicht die Einhaltung bestimmter Vorschriften. Google gibt keine Gewähr für regulatorische Konformität. Werbetreibende sollten ihre eigenen Umstände bewerten, sich rechtlich beraten lassen und sicherstellen, dass ihre Anzeigen und Assets den jeweils geltenden rechtlichen Verpflichtungen und Richtlinien entsprechen.
Zeitplan des Rollouts
Die neuen Kontroll- und Kennzeichnungsfunktionen werden ab der Woche vom 13. Juli 2026 schrittweise eingeführt. Die KI-Kennzeichnungseinstellung wird im Laufe des Monats Juli nach und nach in folgenden Produkten verfügbar gemacht:
- Ads Editor
- Google Ads
- Display & Video 360
- Campaign Manager 360
- Merchant Center
Kennzeichnung im Google Ads UI
- Werbetreibende können ihre Anzeigen im Google Ads UI als KI-generiert markieren. Dafür stehen zwei Wege zur Verfügung: die Aktivierung der Option auf individueller Asset-Basis („Label dieses Asset als mit KI erstellt oder bearbeitet”) oder die Nutzung der API für Multi-Asset-Labeling.
- Pfad im Ads Manager
- Tools > Asset studio > Asset library > [Asset auswählen] > Asset details modal (alternativ über den Media picker: Asset ansteuern > Lupe > Asset details modal)
- Pfad im Ads Editor
- Shared library > Asset library > [Asset type] > Asset library column bzw. Shared library > Asset library > [Asset type] > Asset details pane
Sonderfall Shopping Ads und Merchant Center
Bestimmte Formate wie Shopping-Anzeigen (Feed-Bilder im Merchant Center) unterstützen die In-UI-Kennzeichnung zum Start noch nicht. Werbetreibende können ihre Assets in diesem Fall bereits vor dem Upload manuell mit einem Label versehen.
Automatische Kennzeichnung durch Google-Tools (First-Party AI)
Werden Assets automatisch durch Google-eigene KI-Tools generiert – etwa im Autopilot-Modus –, kann Google unter bestimmten Bedingungen selbst eine Kennzeichnung vornehmen:
- Texte: Werden in der EU automatisch markiert, sofern sie in Kategorien von öffentlichem Interesse fallen und keinem menschlichen redaktionellen Review unterliegen.
- Bilder und Videos: Werden automatisch markiert, wenn sie über Google-Automatisierungstools ohne vorherige Überprüfung durch den Werbetreibenden generiert und bereitgestellt werden.
Diese automatisierte Kennzeichnung bezieht sich ausschließlich auf das kreative Werbemittel (Creative) selbst. Auf die zugrunde liegenden Bidding-, Targeting- oder Performance-Modelle hat sie keinen Einfluss.
Zusammenfassung:
Ab Juli 2026 stellt Google neue Funktionen zur Kennzeichnung von KI-generierten und KI-bearbeiteten Werbeinhalten bereit. Werbetreibende können Kennzeichnungen direkt in ihren Creatives ergänzen oder die KI-Kennzeichnungseinstellung nutzen, die schrittweise ab der Woche vom 13. Juli 2026 in Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, Merchant Center und Ads Editor eingeführt wird. Für die KI-Bilderstellung greift die Kennzeichnungspflicht nach dem EU AI Act ab dem 2. August 2026. Bestimmte Formate wie Shopping-Anzeigen erfordern zum Start eine manuelle Kennzeichnung vor dem Upload; für automatisch durch Google-Tools erstellte Assets kann eine automatische Kennzeichnung erfolgen. Die Nutzung der Einstellung garantiert keine regulatorische Konformität – eine rechtliche Prüfung des eigenen Vorgehens wird empfohlen.
