Google erweitert Verifizierung für Finanzwerbetreibende auf alle EU- und EWR-Länder

Google hat am 23. Juni 2026 die Ausweitung seines Programms zur Überprüfung von Finanzdienstleistungs-Werbetreibenden auf alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) bekannt gegeben. Die Erweiterung umfasst 24 zusätzliche Länder und baut auf einem bereits bestehenden Programm auf, das in 18 Ländern weltweit aktiv ist – darunter sechs EU-Mitgliedstaaten und das Vereinigte Königreich.

Hintergrund: Was ist das Verifizierungsprogramm für Finanzwerbetreibende?

Das Programm zur Überprüfung von Werbetreibenden im Finanzdienstleistungssektor ist eine Sicherheitsmaßnahme von Google, die sicherstellen soll, dass Unternehmen, die Finanzwerbung schalten, von den zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden autorisiert sind. Es ergänzt das bestehende allgemeine Identitätsprüfungsprogramm von Google, das bereits über 98 % der in der EU geschalteten Anzeigen abdeckt.

Warum wird das Programm ausgeweitet?

Betrug durch nicht autorisierte Finanzanbieter zählt zu den verbreiteten Formen von Online-Werbemissbrauch. Google gibt an, im vergangenen Jahr allein in der EU über 1,6 Milliarden Anzeigen blockiert oder entfernt zu haben. Weltweit wurden durch das Finanzdienstleistungs-Verifizierungsprogramm bislang 327,8 Millionen nicht autorisierte Anzeigen für Finanzprodukte verhindert.

Die Ausweitung auf alle EU- und EWR-Staaten zielt darauf ab, den Schutz von Nutzern zu erhöhen, die online nach Bankdienstleistungen, Krediten oder Versicherungsangeboten suchen.

Wie funktioniert die Überprüfung?

Unternehmen, die in der EU oder im EWR Anzeigen für Finanzdienstleistungen schalten möchten, müssen einen spezifischen Verifizierungsprozess durchlaufen. Dabei gleicht Google die Angaben der Werbetreibenden direkt mit offiziellen Registern der jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden ab.

Die neuen Anforderungen werden schrittweise eingeführt. Werbetreibende erhalten eine Frist von 30 Tagen, um den Verifizierungsprozess abzuschließen. Unternehmen, die innerhalb dieser Frist nicht verifiziert sind, werden in ihrer Möglichkeit eingeschränkt, Finanzanzeigen zu schalten – bis die Verifizierung erfolgreich abgeschlossen wurde.

Technische Grundlage: KI-gestützte Schutzmechanismen

Google setzt bei der Umsetzung des Programms auf KI-Technologie, die auf dem hauseigenen Sprachmodell Gemini basiert. Diese Systeme sollen dabei helfen, problematische Anzeigen bereits vor ihrer Ausspielung zu identifizieren und zu blockieren – unabhängig von einer manuellen Einzelprüfung.

Relevanz für Unternehmen mit Finanz-Werbung in Europa

Für Unternehmen, die Finanzprodukte oder -dienstleistungen in EU- oder EWR-Ländern bewerben, ergibt sich aus der Neuregelung ein konkreter Handlungsbedarf: Die Verifizierung bei Google muss aktiv beantragt und fristgerecht abgeschlossen werden, um Werbeunterbrechungen zu vermeiden.

Betroffen sind Anbieter aus Bereichen wie:

  • Investmentprodukte und Vermögensverwaltung
  • Bankdienstleistungen und Konten
  • Kredite und Finanzierungen
  • Versicherungen

Fazit:

Mit der Ausweitung des Verifizierungsprogramms auf alle EU- und EWR-Mitgliedstaaten stärkt Google den regulatorischen Rahmen für Finanzwerbung in Europa. Das Programm schließt eine Lücke zwischen nationalem Aufsichtsrecht und der praktischen Durchsetzung in der Online-Werbung. Für betroffene Werbetreibende ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Verifizierungsprozess empfehlenswert, um eine unterbrechungsfreie Schaltung von Anzeigen sicherzustellen.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Änderung der Google-Gebotslogik für zielbasierte Strategien ab dem 17. August 2026.

Was ändert sich ab dem 17. August 2026 bei Google Ads?▾

Ab dem 17. August 2026 richten sich Kampagnen mit zielbasierten Gebotsstrategien – wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS – konsequenter am festgelegten Gebotsziel aus, unabhängig von Budgetänderungen. Bisher konnten budgetbeschränkte Kampagnen ihr Ziel übertreffen, was zu Leistungsschwankungen führen konnte. Das ändert sich mit dem Update.

Welche Kampagnentypen sind von der Änderung betroffen?▾

Die Änderung betrifft folgende Kampagnentypen:

  • Suchkampagnen
  • Shopping-Kampagnen
  • Performance Max und Demand Gen
  • Display- und Hotelkampagnen
  • Reisekampagnen

Nicht betroffen sind App-Kampagnen, Videokampagnen vom Typ „Reichweite” sowie Videoaufruf-Kampagnen (VVC).

Muss ich meine Gebotsziele vor dem 17. August 2026 anpassen?▾

Google nimmt keine automatischen Anpassungen vor. Werbetreibende, deren Kampagnen in den letzten 12 Monaten budgetbeschränkt waren und eine betroffene zielbasierte Gebotsstrategie nutzen, erhalten eine Benachrichtigung im Konto. Eine Überprüfung vor dem Stichtag wird empfohlen. Seit dem 6. Juli 2026 steht dafür ein Tool zur Anpassung von Gebotszielen direkt in Google Ads zur Verfügung.

Welche Handlungsoptionen habe ich als Werbetreibender?▾

Es stehen vier Optionen zur Auswahl:

  • Ziel beibehalten: Keine Änderung nötig, wenn das aktuelle Ziel den Unternehmenszielen entspricht.
  • Ziel an aktuelle Leistung anpassen: Das Tool in Google Ads ermöglicht eine Aktualisierung auf Basis der zuletzt erzielten Leistung.
  • Individuelles Ziel festlegen: Ein benutzerdefinierter Wert kann manuell gesetzt werden.
  • Gebotsstrategie wechseln: Ein Wechsel zu „Conversions maximieren” oder „Conversion-Wert maximieren” ist möglich – ohne feste Zielvorgabe können CPA oder ROAS dabei stärker schwanken.