Google Ads: Neue Kanalpriorisierung und Budgetzuweisung

Google Ads führt zwei neue, optionale Einstellungen ein: die Kanalpriorisierung und die Budgetzuweisung auf Kanalebene. Damit legen Werbetreibende fest, welche Werbekanäle zuerst Budget erhalten und wie viel Budget auf nachrangige Kanäle entfallen darf. Die Funktionen werden in den kommenden Monaten für Such-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen eingeführt. Für Suchkampagnen mit aktiviertem Displaynetzwerk gilt ab Februar 2027 zudem eine Änderung.

Was hat Google angekündigt?

Am 14. Oktober 2026 hat Google im offiziellen Ads & Commerce Blog zwei neue Steuerungsoptionen vorgestellt: Kanalpriorisierung (Channel Prioritization) und Budgetzuweisung (Budget Allocation). Beide Funktionen sind optional und ergänzen bestehende Kontrollmöglichkeiten wie Smart Bidding Exploration und Gesamtbudgets für Kampagnen.

Die neuen Einstellungen betreffen die Frage, wie sich das Budget auf die verschiedenen Werbeflächen verteilt. Dazu zählen Googles eigene Flächen sowie Partnernetzwerke wie die Suchnetzwerk-Partner und das Google Displaynetzwerk. Bisher konnten Werbetreibende solche Netzwerke meist nur vollständig ein- oder ausschalten.

Kanalpriorisierung: So funktioniert sie

Mit der Kanalpriorisierung ordnen Werbetreibende einzelne Kanäle oder Kanalgruppen einer von zwei Stufen zu: „Hohe Priorität“ oder „Niedrige Priorität“.

Reihenfolge der Budgetverteilung

Ist ein Kanal oder eine Kanalgruppe als „Niedrige Priorität“ eingestuft, können Werbetreibende zusätzlich einen maximalen Prozentsatz des Tagesbudgets für diesen Kanal festlegen. Google gibt an, die Ausgaben nach dem Best-Effort-Prinzip innerhalb dieser Grenze zu halten. Eine feste Garantie ist damit nicht verbunden.

Budgetzuweisung: Höchstanteil für nachrangige Kanäle

Mit AI Brief können Werbetreibende AI Max in eigenen Worten Hinweise geben. Dazu gehören laut Google Angaben zum Unternehmen, zur Zielgruppe und zu den zentralen Werbebotschaften. Die KI soll diese Informationen bei der Ausspielung berücksichtigen.

Bedeutung für Ziel-CPA und Ziel-ROAS

Laut Google ist die Budgetzuweisung vor allem für Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS relevant, die nicht durch ihr Budget eingeschränkt sind. Bei solchen Kampagnen hat die Kanalpriorisierung allein in der Regel keine Auswirkung, da ohnehin genügend Budget für alle Kanäle vorhanden ist. Erst der prozentuale Höchstanteil begrenzt hier die Ausgaben auf nachrangigen Kanälen.

Für welche Kampagnen gelten die neuen Einstellungen?

Die Funktionen werden weltweit und schrittweise in den kommenden Monaten eingeführt. Ein konkretes Datum für die vollständige Verfügbarkeit nennt Google nicht.

Gemeinsame Budgets: Die Steuerung gilt auch für gemeinsam genutzte Budgets (Shared Budgets).

Kampagnentypen: Suche, Shopping, Performance Max und Demand Gen. Für jeden dieser Typen lassen sich eigene Prioritätsstufen festlegen.

Ebenen: Die Einstellungen sind auf Konto- und auf Kampagnenebene verfügbar.

Änderung ab Februar 2027: Suchkampagnen mit Displaynetzwerk

Ab Februar 2027 entfällt für Suchkampagnen mit aktiviertem Google Displaynetzwerk die bisherige Logik zur Verteilung der Ausgaben. Dadurch kann sich die Verteilung des Budgets zwischen den Kanälen verschieben.

Um die bisherige Konfiguration beizubehalten, empfiehlt Google folgende Einstellung:

  • Budgetzuweisung für das Displaynetzwerk auf 50 % festlegen
  • Google Displaynetzwerk auf „Niedrige Priorität“ setzen

Welche Optionen haben Werbetreibende?

Da beide Funktionen optional sind, ergeben sich je nach aktueller Kontoeinstellung unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Partnernetzwerke bisher deaktiviert: Wer Suchnetzwerk-Partner oder das Displaynetzwerk bisher ausgeschlossen hat, kann diese Netzwerke mit niedriger Priorität und einem festen Budgetanteil testen, statt sie vollständig zu aktivieren.
  • Partnernetzwerke bereits aktiv: Kampagnen, die bereits auf Suchnetzwerk-Partnern oder im Displaynetzwerk laufen, können optional eine Budgetzuweisung erhalten.
  • Suchkampagnen mit Displaynetzwerk: Vor Februar 2027 die Einstellung prüfen, wenn die bisherige Ausgabenverteilung erhalten bleiben soll (siehe oben).
  • Keine Änderung: Wer die neuen Kontrollen nicht nutzt, muss bis auf den Sonderfall ab Februar 2027 keine Anpassungen vornehmen.

Weitere Details stellt Google in der Google-Ads-Hilfe bereit.

Zusammenfassung:

Google Ads führt mit der Kanalpriorisierung und der Budgetzuweisung zwei optionale Steuerungen für Such-, Shopping-, Performance-Max- und Demand-Gen-Kampagnen ein. Kanäle lassen sich in hohe und niedrige Priorität einteilen, für niedrig priorisierte Kanäle kann ein Budgethöchstanteil festgelegt werden. Ab Februar 2027 ändert sich die Ausgabenverteilung bei Suchkampagnen mit aktiviertem Displaynetzwerk.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die neue Kanalpriorisierung und die Budgetzuweisung auf Kanalebene in Google Ads.

Was ist die Kanalpriorisierung in Google Ads?▾

Die Kanalpriorisierung ist eine optionale Einstellung, mit der Kanäle als „Hohe Priorität“ oder „Niedrige Priorität“ eingestuft werden. Kanäle mit hoher Priorität erhalten zuerst Budget, das restliche Budget geht an Kanäle mit niedriger Priorität.

Was ist die Budgetzuweisung auf Kanalebene?▾

Bei der Budgetzuweisung auf Kanalebene wird für einen niedrig priorisierten Kanal ein maximaler Prozentsatz des Tagesbudgets festgelegt. Google hält diese Grenze nach dem Best-Effort-Prinzip ein.

Welche Kampagnentypen unterstützen die neuen Funktionen?▾

Die neuen Funktionen stehen für folgende Kampagnentypen zur Verfügung:

  • Suchkampagnen
  • Shopping-Kampagnen
  • Performance-Max-Kampagnen
  • Demand-Gen-Kampagnen
Sind die Funktionen verpflichtend?▾

Nein, beide Einstellungen sind optional. Eine Ausnahme bildet die Änderung für Suchkampagnen mit aktiviertem Displaynetzwerk ab Februar 2027.